Starke Teamleistung bringt medi bayreuth 82:77 Sieg bei SIG Strasbourg

Heroes Of Tomorrow nach drittem Auswärtssieg in der Champions League auf Rang zwei

Dank einer außerordentlich starken Teamleistung hat medi bayreuth am 9. Spieltag in der Basketball Champions League sein Gastspiel beim französischen Vizemeister SIG Strasbourg gewonnen. Vor 5.113 Zuschauern in der Arena Rhenus Sport siegte das Team von Head Coach Raoul Korner mit 82:77 (44:32) und feierte damit den sechsten Saisonsieg. In der Tabelle der Gruppe C kletterten die Heroes Of Tomorrow somit auf Position zwei, punktgleich mit Banvit BK Bandirma.

medi bayreuth legte von der ersten Sekunde äußert konzentriert los. Sowohl in der Defensive als auch in der Offensive agierte man als geschlossene Einheit und machte es den Franzosen an beiden Enden des Feldes sehr schwer. Beleg der Ausgeglichenheit auf Seiten der Heroes Of Tomorrow war die Tatsache, dass mit dem Dreier von James Robinson zum 18:12 nach sechseinhalb Spielminuten bereits alle medi-Starter gepunktet hatten. Auch alle Bankspieler fügten sich nahtlos in das tolle Teamplay ein, so dass sich medi bayreuth weiter und weiter von den Franzosen absetzen konnte. 19 Zähler betrug der Vorsprung Mitte des zweiten Viertels, doch bereits hier blitzte immer wieder die unheimlich große individuelle Qualität im Team von SIG Strasbourg auf. James Robinson & Co. konterten die Zwischenspurts der Gastgeber zwar ein ums andere Mal erfolgreich, doch 2:43 Minuten vor dem Ende waren die Franzosen beim 72:72 wieder gleich auf. Die Heroes Of Tomorrow ließen das Team von Trainer Vincent Collet allerdings nicht mehr vorbeiziehen. Vor allem James Robinson, der sechs der letzten zehn Bayreuther Punkte erzielte, krönte seine und die gesamte Leistung seiner Mannschaft mit dem insgesamt sechsten Saisonsieg in der Basketball Champions League.

Insgesamt war es ein durchaus verdienter Sieg für medi bayreuth. Letztlich siegte die mannschaftliche Geschlossenheit in einer extrem spannenden und ausgeglichenen Schlussphase, in der zweifelsohne beide Mannschaften das Spiel hätten gewinnen können.

Das sagt James Robinson:

"Der Sieg fühlt sich richtig gut an, denn es ist verdammt schwierig hier in Straßburg zu gewinnen. Wir haben heute als Mannschaft gewonnen. Bei uns kann in jedem Spiel jemand anderes vorne weg gehen und ein großes Spiel machen. Ich habe mich beim Aufwärmen schon richtig gut gefühlt und als die Würfe dann im Spiel für mich kamen, habe ich dann auch ein paar getroffen. Wie gesagt, dieser Sieg ist ein wichtiger für uns, aber wir haben am Freitag bereits das nächste große Spiel, das auf uns wartet.”

Das sagt Nate Linhart:

“Nach dem schlechten Spiel in Ludwigsburg wollten wir uns anders präsentieren. Uns war klar, welche Qualitäten Straßburg als Team hat. Wir sind sehr fokussiert ins Spiel gegangen. Selbst als wir in der zweiten Halbzeit mit 20 Punkten vorne lagen, war uns klar, dass es nicht so weiter laufen würde. Man muss ihnen hoch anrechnen, dass sie noch einmal ins Spiel zurückgekommen sind und wie sie unsere Fehler ausgenutzt haben. Das zeigt, wie gut die Mannschaft ist. Wir haben am Ende einige Big Plays gemacht und James Robinson hat uns heute angeführt. Die Tabelle in der Champions League ist so eng, dass jedes einzelne Spiel wichtig ist. Wir wussten von der Bedeutung und sind froh über den Sieg.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Mit der gleichen Starting Five wie am Samstag in Ludwigsburg, jedoch einer anderen Körpersprache begannen die Heroes Of Tomorrow mit hochprozentigen Wurfquoten. Während David Logan für die ersten acht Punkte der Hausherren sorgte, gab es auf der Gegenseite Teambasketball zu sehen, der nach einem Dreier von De’Mon Brooks das 15:8 (6.) bedeutete. Nach einer Auszeit der Franzosen war es James Robinson, erneut von jenseits der 6,75 Meter, der auf 18:12 (7.) erhöhte. Dies war der Beginn eines 12:0 Laufs, der beim 27:12 (9.) endete. Die letzten 60 Sekunden gehörten dann den Straßburgern, die durch einen eigenen 5:0 Lauf auf 17:27 verkürzten.

Im zweiten Viertel dauerte es fast zweieinhalb Minuten, ehe Nate Linhart für die ersten Punkte sorgte. Die Heroes Of Tomorrow blieben in der Folge die spielbestimmende Mannschaft. Zwei weitere Dreier, erzielt von Gabe York und Steve Wachalski, bedeuteten Mitte des Viertels das 38:19. Danach war die Partie ausgeglichener und die Straßburger nutzten mehrere Bayreuther Turnover um aufzuholen. In der 18. Minute unterbrach Head Coach Raoul Korner den Vorwärtsdrang der Franzosen, die hier auf 28:42 verkürzt hatten. Mit einer 44:32 Führung ging es für medi bayreuth in die Kabine.

Konzentriert und mit einem York-Dreier kamen die Heroes Of Tomorrow zurück aufs Feld. Es folgten fünf weitere Punkte zum zwischenzeitlichen 52:32 (22.). Mit einem Dreier blies dann aber David Logan zur Straßburger Offensive und einem 13:2 Lauf. Die Hausherren verteidigten nun deutlich besser als in der ersten Halbzeit und trafen nun auch ihre Dreier. Nach einem weiteren erfolgreichen Distanzwurf von David Logan gelang es gar auf 50:58 (28.)  zu verkürzen. Vor dem letzten Abschnitt lagen die Oberfranken weiter in Führung: 62:55 hieß es zur Freude der rund 100 mitgereisten Schlachtenbummler.

Wie schon beim Hinspiel in Bamberg entwickelte sich im letzten Viertel ein Basketball-Krimi. Zwar gingen die ersten beiden Körbe auf das Konto von medi, das die Führung bis zur 35. Minute konstant halten konnte, dann aber drehte sich das Momentum langsam auf die Seite der Hausherren, die den Ball ein ums andere Mal an der Dreierlinie rotieren ließen, bis der freie Mann gefunden wurde. Jeremy Leloup, Louis Labeyrie und Neuzugang Dee Bost trafen von außen. Das Spiel war beim Stand von 72:72 (38.) ausgeglichen. Nun schlug aber die Stunde von James Robinson. Der Point Guard der Heroes Of Tomorrow riss das Spiel in den letzten beiden Minuten an sich und erzielte sechs der nächsten acht Punkte seines Teams. 9 Sekunden vor dem Ende stellte er den Spielstand auf 80:77. Nach einer weiteren Auszeit der Gastgeber verpasste Bost per Dreier und das medi-Team konnte den sechsten Sieg in der Champions League feiern.

Die spielentscheidenden Faktoren

James Robinson: Beim Sieg über Straßburg zeigte der Bayreuther Point Guard, dass er auch Spiele an sich reißen und gewinnen kann. Im ersten Viertel sorgte er mit acht Punkten in Folge für die erste zweistellige Führung, im dritten Abschnitt mit einem Dreier gar für das zwischenzeitliche 52:32. Als die Hausherren vier Minuten vor dem Ende drauf und dran waren, das Spiel zu ihren Gunsten zu drehen, sorgte der US-Amerikaner für Impulse und Punkte und führte seine Mannschaft zum Sieg.

Teamplay: Nach der bitteren Niederlage in Ludwigsburg gingen die Burschen von Head Coach Raoul Korner in Straßburg wieder mit der gewohnten Einstellung ins Spiel und konnten so eine schnelle Führung herausspielen. Zwar unterliefen dem Team insgesamt 16 Turnover, doch diese wurden beim konzentrierten Rebounding und mit einer oftmals sicher stehenden Defensivleistung wieder wettgemacht. Das Duell unter den Brettern ging mit 36:31 an medi. Immer wieder attackierte man mit Erfolg den gegnerischen Korb und kam in der Zone zu Punkten. 42:26 hieß es bei den “Points in the paint” am Ende zugunsten von medi. Darüber hinaus konnten alle zehn zum Einsatz gekommenen Spieler Punkte zum Sieg beisteuern.

Trainerstimmen

Raoul Korner (medi bayreuth): “Das war ein wichtiger Sieg für uns. Wenn man die Tabelle im Blick hat, kann man vielleicht sagen, dass es unser bislang wichtigster Sieg in der Champions League war. Ich muss meinen Spielern gratulieren. Wir hatten vor ein paar Tagen ein schwieriges Spiel in Ludwigsburg, uns wurde in den Hintern getreten. Die Spieler haben heute passend geantwortet. Wir sind konzentriert ins Spiel gegangen und haben den Ball gut bewegt. Wir haben viele Fehler, die wir in Ludwigsburg gemacht haben, nicht wiederholt. Uns war nach der hohen Führung klar, dass es kein Blowout wird. Straßburg hat die Qualität zurückzukommen und wir haben in dieser Phase den Ball ein paar Mal zu oft verloren. Durch die vielen knappen Spiele haben wir gewusst, worauf es am Ende ankommt. In der Crunch Time haben wir dann die Big Plays gemacht und sind als Team aufgetreten. Auf die gesamte Spielzeit gesehen hat die konstanter spielende Mannschaft gewonnen.”

Vincent Collet (SIG Strasbourg): “Ich bin von der Niederlage sehr enttäuscht. Wir hatten einen sehr schlechten Start, vor allem in der Defensive. Offensiv haben wir den Ball nicht gut bewegt. In der ersten Halbzeit haben wir ohne großes Selbstvertrauen gespielt. Das kam in der zweiten Halbzeit zurück und wir sind ins Spiel zurückgekommen. Wir konnten das Spiel ausgleichen, haben dann aber wieder Fehler gemacht und unsere Würfe nicht getroffen. Die Möglichkeit von James Robinson zum And One war im letzten Viertel aus meiner Sicht die entscheidende Situation.”

SIG Strasbourg vs. medi bayreuth 77:82 (17:27 - 15:17 - 23:18 - 22:20)

SIG Strasbourg:

LOGAN 20, Bost 16, LABEYRIE 15, LELOUP 9, BILAN 8 (7 Rebounds), WRIGHT 5 (5 Assists), Atkins 4, Beyhust 0, Kwedi, Coartale.

Dreier: Logan 6, Bost 3, Leloup 1, Labeyrie 1.

medi bayreuth:

ROBINSON 21 (3 Assists), YORK 19, BROOKS 11, Wachalski 8, SEIFERTH 6 LINHART 5 (3 Assists), Marei 4 (8 Rebounds), Cox 4, Doreth 2 (3 Assists), Amaize 2, McCrea, Adler.

Dreier: Robinson 3, York 3, Wachalski 2, Linhart 1, Brooks 1.

Ausblick:

Weniger als 48 Stunden bleibt den Heroes Of Tomorrow, um sich auf den nächsten Kracher in der easyCredit Basketball Bundesliga vorzubereiten. Nach der Rückkehr nach Bayreuth in der Nacht beginnt am Donnerstagvormittag die kurze, intensive Vorbereitung auf das Heimspiel gegen den Tabellenführer FC Bayern München. Jump in der Oberfrankenhalle ist am Freitag, 22. Dezember, um 20:30 Uhr. Einige Stehplatzkarten sind für das bayerische Derby noch im Vorverkauf erhältlich.