Foto: Basketball Champions League

Starker Auftritt von medi bayreuth bei SIG Strasbourg wird nicht belohnt

HEROES OF TOMORROW unterliegen dem französischen Pokalsieger mit 63:69

Eine knappe Auswärtsniederlage hat es für medi bayreuth am 2. Spieltag in der Basketball Champions League gegeben. Vor 4.805 Zuschauern unterlagen die HEROES OF TOMORROW, die verletzunsbedingt auf ihren Starting Point Guard David Stockton verzichten mussten, bei SIG Strasbourg mit 63:69 (39:33).

Die HEROES OF TOMORROW spielten über drei Viertel stark gegen den französischen Pokalsieger auf und konnten dabei vor allem in der Verteidigung überzeugen. In der Schlussphase waren es dann jedoch Kleinigkeiten, die den Ausschlag zugunsten der Gastgeber gaben und die Partie noch kippen ließen. Ein bereits gepfiffener Sprungball, der plötzlich in einen Schrittfehler und somit einen medi-Ballverlust gewandelt wurde, oder eine starke Bayreuther Verteidigungssequenz, die den Ball unglücklich in die Hände eines die Situation eiskalt ausnutzenden französischen Dreierschützen abfälschte, kann man hier ebenso anführen, wie die ein oder andere schlechte Entscheidung im Offensivspiel der HEROES OF TOMORROW.

Das sagt Andreas Seiferth:

„Das Spiel hat sich ein bisschen so angefühlt, wie das im letzten Jahr, wo man dachte, wir kriegen die Kurve noch und halten den Vorsprung. Dann waren es aber einige Kleinigkeiten und vielleicht auch nicht so clevere Plays, die das Spiel entschieden haben. Insgesamt aber finde ich, dass die Einstellung gestimmt hat. Defense war ein großer Schritt nach vorne, schließlich haben wir nur 69 Punkte auswärts zugelassen. Auf der anderen Seite haben wir in der Offensive zu viele leichte Möglichkeiten liegen lassen.

Es war jetzt das vierte Spiel in Folge, das wir nicht gewonnen haben. Diese Serie gilt es jetzt zu beenden und gute Offensive und gute Defensive in den Spielen wieder zusammenzubekommen. Letzte Saison sind wir mit drei Siegen in die Champions League gestartet. In diesem Jahr sind es jetzt zwei Niederlagen. Natürlich ist noch alles drin, aber wir müssen jetzt langsam unser Potential abrufen. Am besten gleich am Sonntag gegen Braunschweig, dann sind wir wieder auf Kurs.“

Das sagt De’Mon Brooks:

„Ich glaube, dass wir sehr aggressiv ins Spiel gestartet sind und jeder begann mit vollem Fokus und dem Willen alles zu geben. Das war genau das, was wir uns vorgenommen hatten. Leider hat es zum Ende hin nicht mehr gereicht. Ein paar Spielzüge haben einfach nicht so geklappt, wie sie gesollt hätten. Aber als Mannschaft haben wir viele Dinge richtig gemacht. Es ist ein Lernprozess, ein Marathon und kein Sprint. Wir sind eine junge Mannschaft und wir werden an unseren Herausforderungen wachsen. Wir müssen in Zukunft noch auf die kleineren Dinge achten und unsere Coolness bewahren, egal was passiert. Also Rebounds holen usw. und vor allem über 40 Minuten hinweg unsere Spielzüge spielen. Straßburg ist eine gute Mannschaft und da muss man aus allem einen Nutzen ziehen, was man bekommt.“

Der Spielverlauf:

Von Beginn an war den Burschen von Head Coach Raoul Korner anzumerken, dass sie ihre Lehren aus dem Spiel in Bonn gezogen hatten. Stark verbessert beim Rebound und mit gefälligem Offensivspiel startete man gut in die erste Auswärtspartie der diesjährigen Champions League Saison. Auf bis zu acht Punkte schaffte es medi bayreuth, dank eines starken Kapitäns Bastian Doreth, sich in den ersten 10 Minuten abzusetzen.

Im zweiten Viertel konnten die HEROES OF TOMORROW an die gute Anfangsphase anknüpfen und boten ihre bis dahin beste Saisonleistung. Besonders auf den großen Positionen gelang es die sich bietenden Vorteile zu nutzen. Andreas Seiferth beim Offensivrebound und Hassan Martin als eifriger Punktesammler taten sich hier besonders hervor. Auch De’Mon Brooks (11 Punkte) agierte stark und so ging es mit ihm als Topscorer in die Kabine. Dass der Vorsprung zu diesem Zeitpunkt „nur“ sechs Punkte betrug, lag hauptsächlich an einem stark aufspielenden Nicolas Lang und einer 80%igen Dreierquote der Franzosen.

In der Halbzeitpause schien Coach Vincent Collet die richtigen Worte gefunden zu haben. Insbesondere in der Verteidigung steigerte sich sein Team und machte es medi zunehmend schwerer zu Korberfolgen zu kommen. Dass die HEROES OF TOMORROW dennoch beständig in Führung lagen, war auf Bayreuther Seite Adonis Thomas und der nach wie vor sehr guten Reboundarbeit zu verdanken, die den Franzosen bis hierhin nur zwei Offensivrebounds gestattete. Auf Seiten von SIG Strasbourg lag es vor allem daran, dass ihr Angriff nicht richtig in Fahrt kam und sich immer wieder Fehler ins Spiel einschlichen.

Im letzten Viertel ließ das Niveau der Partie zunehmend nach. Ballverluste auf beiden Seiten führten dazu, dass das Spiel immer zerfahrener wurde. Da keine der beiden Mannschaften aus den Fehlern der anderen Kapital schlagen konnte, blieb die Partie bis zum Schluss spannend. Am Ende ging die erfahrenere Mannschaft als Sieger vom Platz, da auf ihrer Seite die entscheidenden Würfe fielen. Bei den HEROES OF TOMORROW fehlte das nötige Quäntchen Glück und ein Spieler, der in der “Cruchtime” das Heft fest in seine Hände nehmen konnte. So ging letztlich ein Spiel verloren, bei dem der Gegner über die gesamte Spielzeit nur ganze 51 Sekunden in Führung lag.

Der Teamvergleich:  

Trainerstimme:

Raoul Korner (medi bayreuth): „Zuerst möchte ich Straßburg zum Sieg gratulieren. Ich hatte das Gefühl, dass wir mit der richtigen Mentalität ins Spiel gestartet sind. Wir haben von Anfang an sehr aggressiv und kontrolliert, ja ich würde sogar dominierend sagen, gespielt. Einzig gegen Lang hatten wir Probleme und er hielt sie in der ersten Halbzeit im Spiel. In der zweiten Hälfte kamen sie Schritt für Schritt zurück in die Partie und in den letzten Minuten zeigte sich, dass wir ein sehr junges und unerfahrenes Team sind. Es gab ein paar Entscheidungen, die vielleicht in beide Richtungen hätten gehen können, aber sie sind eben an die Heimmannschaft gegangen, was auch normal ist. Wir müssen schauen, dass wir unsere Gelassenheit behalten und dass wir die kleinen Dinge, die ja schon richtig sind, wie zum Beispiel als wir einmal fast einen Steal hatten, eben nur fast und der Gegner dann im Gegenzug einen Dreier getroffen hat, weiterhin verbessern. Straßburg hat insgesamt sechs Offensivrebounds geholt. Drei davon waren in einem Spielzug und dieser war ein entscheidender für uns. Von diesen kleinen Dingen werden wir lernen. Nochmal, wir sind eine sehr junge Mannschaft, wir haben im Moment nicht den erfahren Go-to-Guy, auf den wir uns in entscheidenden Situationen verlassen können. Ich bin der Meinung, dass wir die Tatsache, dass David, der ja eigentlich in der Anfangsformation steht, kurzfristig verloren haben gut kompensieren konnten. Bastian Doreth hat einen super Job gemacht, wie er das Team fast das komplette Spiel über geführt hat. Er spielte fantastisch und auch die anderen haben sich fantastisch eingesetzt, denn es war keine leichte Situation, da wir erneut mit einer neuen Formation spielen mussten. Ich wiederhole es gerne noch einmal: Wir werden aus dem Spiel lernen, wir werden versuchen am Ende des Spieles etwas intelligenter zu spielen und wir werden ihnen einen erneuten Kampf bieten, wenn sie nach Bayreuth kommen.“

SIG Strasbourg vs. medi bayreuth (14:19 - 19:20 - 16:13 - 18:11)

SIG Strasbourg: COLLINS 6, Beyhurst 0, SERRON 0, NZEULIE 10, GREEN 12 (8 Rebounds, 7 Assists), Pietrus 0, Lang 19, Pota, Goulmy 3, TRAORÉ 17.

medi bayreuth: THOMAS 18, ROBERTSON 2, DORETH 6, Seiferth 2 (11 Rebounds), MARTIN 12, Wachalski 6, Hrovat 2 (4 Assists), Meisner 0, Dimec, BROOKS 15, Raivio 0, Krug.

Der Ausblick:

Am kommenden Sonntag wartet nun die nächste Aufgabe auf das Team von Head Coach Raoul Korner. In der Oberfrankenhalle trifft man dann am 4. Spieltag in der easyCredit BBL auf die Basketball Löwen aus Braunschweig. Spielbeginn ist dabei um 15 Uhr zur besonders familienfreundlichen Zeit. Neben normalen Sitz- und Stehplatztickets sind natürlich auch Familientickets verfügbar.