Fotos: Ochsenfoto

Toller Playoff-Fight von medi bayreuth in Spiel #2 wird leider nicht belohnt

Heroes Of Tomorrow unterliegen den MHP RIESEN Ludwigsburg mit 74:79

Im Playoff-Viertelfinale in der easyCredit Basketball Bundesliga hat medi bayreuth auch Spiel #2 in der Best-of-Five-Serie gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg verloren. In eigener Halle unterlag das Team von Head Coach Raoul Korner am Samstagabend dem Tabellendritten der Hauptrunde mit 74:79 (41:40) und liegt in der Serie somit nun mit 0:2 Siegen zurück. Spiel #3 steigt bereits am kommenden Dienstag in der MHP-Arena. Dann brauchen die Heroes Of Tomorrow unbedingt einen Sieg um die Serie nochmals zurück nach Bayreuth zu holen.   

Spiel #2 war ein großartiges Playoff-Match, was die 3.034 Zuschauer in der Bayreuther Oberfrankenhalle geboten bekamen. Beide Teams gingen mit hoher Intensität zu Werke und ließen alle von Beginn an deutlich spüren, dass sie diese Partie unbedingt gewinnen wollten. medi bayreuth startete mit einem atemberaubenden ersten Viertel ins Spiel. Sieben von 12 Dreierversuchen fielen allein in den ersten zehn Minuten und so erspielte sich die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner einen zehn Punkte Vorsprung nach dem ersten Abschnitt. Vor allem De’Mon Brooks war in der ersten Halbzeit von den Gästen nicht zu bremsen. Dennoch bleiben die RIESEN ihrem Spiel treu und kamen ebenso eindrucksvoll in die Partie zurück und übernahmen im dritten Abschnitt wieder die Führung.

medi bayreuth aber zeigte großes Herz und schlug zurück. Als Gabe York nach einem Steal knapp vier Minuten vor dem Ende zum 69:69 ausgleichen konnte, war allen Zuschauern in der Oberfrankenhalle klar, dass diese Spiel wohl erst mit der allerletzten Aktion entschieden werden würde. Leider aber weit gefehlt, denn eine äußerst umstrittene Schiedsrichterentscheidung brachte medi in der letzten Spielminute zunächst um die Möglichkeit erneut in Führung zu gehen. Nachdem Adam Waleskowski den folgenden Angriff der Gäste zu einem Dreier nutzte, war die Partie zugunsten der RIESEN entschieden.

Das sagt Robin Amaize:

“Der Beginn des Spiels war heute viel besser als in Ludwigsburg. Wir sind gut ins Spiel gekommen, das war in Spiel #1 nicht gut und das hatten wir uns heute vorgenommen. Wir haben das Viertel auch verdient gewonnen. Leider haben wir danach nicht mehr so gut von der Dreierlinie getroffen und sind, denke ich, auch ein bisschen müde geworden. Am Ende war Ludwigsburg ein wenig cleverer und hat das Spiel gewonnen. Wenn wir am Dienstag so wie heute beginnen und ein paar kleine Fehler weglassen, gibt es am Donnerstag noch ein Spiel in der Oberfrankenhalle!”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Im Gegensatz zum ersten Spiel vor zwei Tagen kamen die Heroes Of Tomorrow hellwach aus der Kabine und bauten von Beginn an Druck auf die Gäste aus Ludwigsburg auf. Fielen in Spiel #1 die Dreier für die Barockstädter, so trafen diesmal die Bayreuther sicher von jenseits der 6,75 Meter-Linie. Sieben von zwölf Dreier gingen durch die Reuse, 21 der 25 Punkte im ersten Abschnitt fielen aus der Distanz und sorgten für einen zehn Punkte Vorsprung nach zehn Minuten.

Mit einem 7:0 Lauf begannen die Gäste den zweiten Abschnitt und verkürzten so auf 22:25. Erst De’Mon Brooks, der der ersten Halbzeit seinen Stempel deutlich aufdrückte, sorgte in der 14. Minute für die ersten Punkte der Heroes Of Tomorrow. Der Power Forward dominierte weiter: Einem Drei-Punkt-Spiel ließ er den nächsten Dreier folgen, 32:24 (16.). Nach einer Auszeit lief es für die MHP RIESEN dann aber deutlich besser. Innerhalb von knapp 90 Sekunden war der Rückstand aufgeholt, Dwayne Evans gleich per Drei-Punkt-Spiel zum 34:34 (17.) aus. Dass das Momentum nicht kippte, lag dann an Gabe York, der einen weiteren Dreier versenkte und großen Anteil an der knappen 41:40 Pausenführung hatte.

Auch in der zweiten Halbzeit traf zunächst nur Ludwigsburg. Diesmal waren es acht Zähler in Serie. Nach dem 41:48 zog Raoul Korner früh seine erste Auszeit und wieder war es ein wichtiger York-Dreier, der nach 4:10 die ersten medi-Punkte bedeutete. Die Gäste hatten das Spiel nun im Griff, auch, weil auf Seiten der Heroes Of Tomorrow einige harte Aktionen des Gegners nicht gepfiffen wurden. 55:44 stand es nach 26 Minuten für die MHP RIESEN, als die Halle wieder da war und dem Team von Raoul Korner nochmals einen Schub verlieh. Zunächst traf Assem Marei, dann wieder Gabe York von jenseits der 6,75 Meter-Linie - nur noch 51:55 (27.). Nach einer Auszeit der Barockstädter folgten Dreier von Steve Wachalski und von John Cox, der sein Team wieder in Führung warf (58:57, 30.). Doch auch Ludwigsburg traf nochmals und ging durch ein Drei-Punkt-Spiel von Thomas Walkup mit 60:58 ins Schlussviertel.

In den letzten zehn Minuten zeigten beide Teams eine starke Defense, wobei Ludwigsburg oft nur mit Fouls seine Stopps erzwingen musste. Schon nach viereinhalb Minuten hatten die MHP RIESEN so fünf Teamfouls und De’Mon Brooks sorgte per Freiwurf zum 65:63. Dies war auch die letzte Führung der Heroes Of Tomorrow. Der bislang in der Serie blasse Adika Peter-McNeilly markierte einen wichtigen Dreier, dem Jeremy Senglin den nächsten folgen ließ - 69:65 (36.) für die Gäste. medi kam allerdings nochmals heran und durch Gabe York zum Ausgleich. Doch noch in der 37. Minute markierte Dwayne Evans das nächste Drei-Punkt-Spiel der Gäste. Was auch immer medi bayreuth in der Folge versuchte, die Ludwigsburger hatten die Antwort und einen herausragenden Adam Waleskowski, dessen dritter Dreier des Abends 25 Sekunden vor dem Ende beim 77:72 die Entscheidung bedeutete.

Die spielentscheidenden Faktoren:

Schrittfehlerentscheidung: Über die Richtigkeit der Entscheidung bei der Aktion von Bastian Doreth 44 Sekunden vor dem Ende wollen wir an dieser Stelle überhaupt nicht diskutieren. Die Schrittfehlerentscheidung gegen den Bayreuther Kapitän war letztlich aber der spielentscheidende Moment, den während den Heroes Of Tomorrow bei zwei Zählern Rückstand hier die Möglichkeit überhaupt auf einen Wurf genommen wurde, versenkte Adam Waleskowski auf der Gegenseite einen Dreier und brachte sein Team 25 Sekunden vor dem Ende mit fünf Punkten spielentscheidend in Front.

Adam Waleskowski: Der Power Forward der Ludwigsburger bewies am Abend wieder einmal seine Routine aus bislang 189 Bundesliga-Spielen. Mit elf Punkten war er nicht der beste Werfer seines Teams, seine Zähler waren aber die Wichtigen. In der 33. Minute brachte er seine Mannschaft mit 63:62 in Führung, 25 Sekunden vor dem Ende traf er die Heroes Of Tomorrow mit seinem dritten Dreier ins Mark. Waleskowski vergab nur einen seiner fünf Würfe, holte zudem fünf Rebounds und blockte zudem De’Mon Brooks in der 35. Minute in der beginnenden Crunchtime.

Trainerstimmen

John Patrick (MHP RIESEN Ludwigsburg): “Es war ein sehr hart umkämpftes Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit Probleme De’Mon Brooks zu kontrollieren. Kompliment an Bayreuth für die gute Defense. Wir hatten 18 Turnover und sind oft mit dem Kopf durch die Wand. Aber am Ende hat Adam Waleskowski einen wichtigen Dreier getroffen. Auch Adika Peter-McNeilly, der in dieser Serie noch nicht getroffen hatte, hat einen Buzzer Beater-Dreier aus der Ecke getroffen. Ich bin sehr stolz über die 2:0 Führung in der Serie, aber sie ist noch nicht vorbei. Die Atmosphäre hier war wieder super, es war sehr laut.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Glückwunsch an John und seine Mannschaft zum Sieg heute. Es war von der Intensität her ein komplett anderes Spiel heute als vor wenigen Tagen. Man sieht das nicht nur am Score sondern ich denke, man hat gespürt, dass die Mannschaft von Anfang an hellwach und da war. Und so habe wir Ludwigsburg einen Fight von der ersten bis zur letzten Minute geliefert. Am Ende waren es Kleinigkeiten, ein paar wirklich toughe Shots von Ludwigsburg, die gefallen sind. Coach Patrick hat es angesprochen. Diese Würfe sind bei uns nicht reingegangen. Ich kann der Mannschaft heute nichts vorwerfen, sie hat bis zum bitteren Ende gefightet. Ich war nicht glücklich mit der Schrittfehler-Entscheidung, das hat uns um die Chance gebracht, dem Spiel die Wende zu geben oder zumindest das Momentum komplett auf unsere Seite zu ziehen. Wenn es auf Verdacht gepfiffen war, war das bitter, weil so ein Pfiff in so einer Phase die Partie mit entscheiden kann. Wir müssen an unsere Leistung anknüpfen und alles raushauen, jetzt gibt es nicht mehr viel zu verlieren. Wenn man mit dem Rücken zur Wand steht, gibt es nur noch eine Richtung, in die man marschieren kann. Das müssen wir am Dienstag tun.”

medi bayreuth vs. MHP RIESEN Ludwigsburg 74:79 (25:15 - 16:25 - 17:20 - 16:19)

medi bayreuth:

BROOKS 24, YORK 19 (4 Assists), Marei 9 (6 Assists), ROBINSON 7 (4 Assists), Cox 6, Wachalski 6, LINHART 3, Doreth 0, SEIFERTH 0, Amaize 0, Perschnick, Adler.

Dreier: York 5, Brooks 3, Wachalski 2, Robinson 1, Linhart 1.

MHP RIESEN Ludwigsburg:

COOK 18, WALKUP 16, Evans 13 (8 Rebounds, 6 Assists), Senglin 12, WALESKOWSKI 11, Peter-McNeilly 5, JOHNSON 4 (6 Assists), McCRAY 0, Müller 0, Koch, Geske.

Dreier: Cook 4, Walkup 3, Waleskowski 3, Senglin 2, Peter-McNeilly 1.

Ausblick

Der straffe Spielplan lässt nur wenig Zeit zum Verschnaufen zu. Für beide Teams geht es bereits am Dienstag erneut aufs Parkett. Ab 20:30 Uhr steigt in der MHP Arena Spiel #3 der Serie. Für die Fans der Heroes Of Tomorrow wird die Partie wieder auf dem Herzogkeller beim Public Viewing live übertragen.