Fotos: Basketball Champions League / Thorsten Ochs

Würfe wollten nicht fallen: medi bayreuth verliert BCL Spitzenspiel gegen Banvit

Heroes Of Tomorrow bleiben trotz 76:88 gegen Spitzenreiter auf Playoff-Platz in Gruppe C

Am 11. Spieltag in der Basketball Champions League hat medi bayreuth sein Heimspiel gegen den Tabellenführer der Gruppe C, Banvit BK, verloren. Vor 2.359 Zuschauern in der Oberfrankenhalle zogen die Heroes Of Tomorrow mit 76:88 (31:43) den Kürzeren.

Schade, denn das Team von Head Coach Raoul Korner bot gegen die Türken eine starke Leistung. Trotz des tollen Kampfes, den Gästecoach Sasa Filipovski nach dem Spiel den Heroes Of Tomorrow attestierte, war für medi bayreuth an diesem Abend jedoch leider nicht mehr drin. Zu schwach war vor allem die Trefferquote von jenseits der Dreipunkte-Linie, die am Ende unter 21 Prozent und damit zudem auch deutlich unter der Quote der Gäste lag.

In der Tabelle bleibt medi bayreuth trotz der Niederlage vorerst weiter auf Platz vier. Hinter den Mannschaften aus Banvit (19 Punkte) und Madrid (18 Punkte) wird medi bayreuth in den drei noch ausstehenden Partien mit den punktgleichen Teams aus Venedig, Straßburg und Athen (alle 17 Punkte) die Playoffteilnehmer der Gruppe C ermitteln.

Das sagt Andreas Seiferth:

"Wie erwartet war es heute gegen Banvit ein sehr schweres Spiel. Den Unterschied hat heute vor allem die Dreierquote gemacht. Sie haben 50 Prozent ihrer Würfe getroffen. Wir hatten im dritten Viertel eine gute Phase und hatten den Rückstand fast aufgeholt, konnten die Partie aber nicht mehr in den Griff bekommen und sie drehen. Daher ist das Spiel am Ende leider wie in der Türkei ausgegangen und wir haben mit zwölf Punkten verloren. Unser Fokus gilt nun dem wichtigen Spiel am Samstag in Frankfurt.”

Das Spiel kurz zusammengefasst

Nachdem die Heroes Of Tomorrow den besseren Start mit zwei Ballgewinnen und drei Korberfolgen hatten, zeichnete sich Mitte des ersten Viertels ab, wohin sich die Partie entwickeln wird. Ab dem 12:12 (5.) verteidigten die Gäste intensiver. Und auch im Angriff lief es bei den Türken gut, während medi mit seiner Chancenverwertung Probleme hatte. Vor allem aus der Distanz wollte den Heroes Of Tomorrow kein Treffer gelingen. Ein 12:2 Lauf der Türken mit mehreren erfolgreichen Dreiern brachte medi mit 16:27 nach zehn Minuten ins Hintertreffen.

Auch der Start ins zweite Viertel gehörte zunächst medi bayreuth. Nach einer frühen Auszeit übernahm Banvit jedoch erneut die Kontrolle. Konzentriert spielte das Team vom Marmarameer seine Offensivaktionen aus, blieb defensiv wach und hatte zur Pause mit 20:12 Rebounds klare Vorteile unter den Brettern. Selbst durch das frühe Anpressen der Heroes Of Tomorrow ließ sich der türkische Pokalsieger nicht aus dem Rhythmus bringen. Während die Türken sechs ihrer zehn Dreierversuche in der ersten Halbzeit im Bayreuther Korb versenkten, war es auf Seiten der Heroes Of Tomorrow erst der elfte Versuch von John Cox, der mit der Halbzeitsirene zum Pausenstand von 31:43 den ersten Bayreuther Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie bedeutete.

Wie ausgewechselt kam medi bayreuth aus der Kabine. James Robinson traf gleich nach Wiederbeginn von jenseits der 6,75 Meter, Gabe York tat es ihm gleich und nach drei Minuten war der Rückstand beim 39:45 halbiert. Die Türken antworteten passend und behielten zunächst kühlen Kopf. Die Partie, die nun deutlich an Tempo aufnahm, wurde aber noch spannender. Aktivposten war dabei De’Mon Brooks, der zunächst ein 3-Punkt-Spiel verwandelte und nach einem Steal in der 29. Minute gar auf 52:55 verkürzte. Auch diesmal folgte die Antwort postwendend. Der fast fehlerfrei spielende Damian Kulig netzte einen Dreier ein, ebenso wie Ridvan Öncel und Andy Rautins und so hatten die Gäste die Heroes Of Tomorrow erst einmal wieder auf Distanz gehalten.

Mit frühem Pressing versuchte medi bayreuth das beim Stand von 54:64 ins letzte Viertel gehende Spiel zu drehen. Zunächst hatten die Burschen von Head Coach Raoul Korner damit auch Erfolg. John Cox konnte an der Freiwurflinie auf 58:64 (32.) verkürzen. Aber auch diesmal folgte eine eiskalte Reaktion der Gäste, die schnell wieder auf zehn Punkte davonziehen konnten. Das 60:70 in der 34. Minute war daher schon vorentscheidend, denn Banvit spielte cleverer und hatte mit Damian Kulig den überragenden Akteur in seinen Reihen. Der Pole erzielte elf seiner insgesamt 25 Punkte in den letzten fünf Minuten der Partie und führte sein Team zu einem verdienten Sieg.

Der spielentscheidende Faktor

Wurfquote: Nur magere neun Prozent der Bayreuther Dreier (1/11) fanden in der ersten Halbzeit den Weg in den Korb der Gäste. Auf der Gegenseite traf der Vorjahresfinalist der Champions League sechs seiner zehn Distanzwürfe.

Auch am Ende der Partie hatten die Türken die klar bessere Trefferquote. Jeder zweite der insgesamt 22 abgegebenen Dreier hatte letztlich den Weg durch die Bayreuther Maschen gefunden. medi bayreuth hingegen hatte nach 40 Minuten nur fünf von 24 Dreiern eingenetzt. Auch aus der Nahdistanz, aus der die Heroes Of Tomorrow mit 59 Prozent (24/41) eine gute Leistung zeigten, waren die Türken besser: 20 von 32 Würfen, 53 Prozent, wurden verwandelt.

Trainerstimmen

Sasa Filipovski (Banvit BK Bandirma): “Glückwunsch an meine Spieler und den Stab zu dieser guten Teamleistung und diesem sehr guten Sieg. Es war eine tolle Atmosphäre, ich habe großen Respekt vor Bayreuth und seinem Trainer. Sie machen eine hervorragende Arbeit und spielen guten Basketball. Der deutsche Basketball macht schnelle Fortschritte. Wir hatten ein schwieriges Spiel und uns war klar, dass sie in der zweiten Halbzeit anders auftreten werden. Sie haben aggressiver gespielt und sind nah an uns herangekommen. Wir haben es aber geschafft, die Konzentration hoch zu halten und gut in der Defensive zu spielen. Ich bin froh über diesen Sieg und wünsche Bayreuth alles Gute.”

Raoul Korner (medi bayreuth): “Zunächst gratuliere ich Banvit zum Sieg. Wir haben heute gegen das bessere Team verloren. Ich denke nicht, dass wir schlecht gespielt haben, wir haben nur unsere Würfe nicht getroffen. In der ersten Halbzeit war es symptomatisch, dass der erste erfolgreiche Dreier ein Buzzer Beater zur Pause war. Wir hatten vorher null von zehn getroffen. Dann ist es natürlich schwierig, in den Rhythmus zu kommen. Wenn man seine Würfe nicht trifft, kann man auch nicht wie gewohnt Basketball spielen. In der zweiten Hälfte sind uns die Treffer gelungen und sofort hatten wir das Momentum und konnten die Differenz verringern. Die Geschichte des Spiels war es dann, dass sie immer ihre Würfe getroffen haben, wenn sie es gebraucht haben. Einige hätten wir besser verteidigen können, einige waren hervorragend herausgespielt. Mein Team hat alles gegeben, Banvit war einfach besser. Wir hatten weniger Turnover, mehr Offensivrebounds, aber wenn man die Würfe nicht macht, wird es schwer zu gewinnen.”

medi bayreuth vs. Banvit BK Bandirma 76:88 (16:27 - 15:16 - 23:21 - 22:24)

medi bayreuth:

SEIFERTH 14, YORK 13 (5 Assists), ROBINSON 13, LINHART 10, BROOKS 9 (5 Rebounds), Marei 8, Cox 7, Amaize 2, Wachalski 0, Doreth 0, Perschnick, Wenzl.

Dreier: York 2, Linhart 1, Cox 1, Robinson 1.

Banvit BK Bandirma:

Kulig 25 (8 Rebounds), RAUTINS 15, VIDMAR 14, CALOIARO 13, TAYLOR 10 (8 Assists), ÖNCEL 7, Thomas 3, Gecim 1, Hazer 0, Senel 0, Altintig, Atar.

Dreier: Rautins 4, Kulig 3, Caloiaro 2, Thomas 1, Öncel 1.

Ausblick:

In den nächsten Tagen gilt der Fokus der Vorbereitung auf das Pokal-Qualifikationsspiel in Frankfurt. Am Samstag, 20. Januar, treffen die Heroes Of Tomorrow ab 18 Uhr auswärts auf die FRAPORT SKYLINERS. Der Gewinner dieser Partie darf dann, wie die Sieger der Spiele München gegen Bamberg und Berlin gegen Ludwigsburg, am 17. und 18. Februar zum TOP FOUR nach Ulm reisen. Die Halbfinalspiele werden im Rahmen der Partie des FC Bayern gegen Brose Bamberg am Sonntag ausgelost.