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Anderson verwandelt letzten Korbleger und die Oberfrankenhalle in ein Tollhaus

HEROES OF TOMORROW besiegen ALBA BERLIN mit 80:79

Wie schon das Heimspiel der HEROES OF TOMORROW gegen die Telekom Baskets Bonn, war auch die Nachholpartie des 17. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga am Donnerstagabend gegen ALBA BERLIN nichts für schwache Nerven. Diesmal mussten die 3.121 Fans in der Bayreuther Oberfrankenhalle zwar nicht bis in die Verlängerung zittern, dafür aber benötigte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner mit sage und schreibe 39:58 Minuten nahezu die komplette Spielzeit, um überhaupt einmal in Führung zu gehen. 2,2 Sekunden vor dem Ende war es dann aber soweit und nicht nur das. Der unglaubliche Korbleger von Kyan Anderson sollte auch den 80:79 Endstand (35:41) und somit nächsten Heimsieg für die HEROES OF TOMORROW bedeuten, denn der letzte Wurf der Partie von Berlins Peyton Siva ging nicht in den Korb.

Nach einem ja schon fast gewohnt schlecht verlaufenen ersten Viertel kämpfte sich medi bayreuth auch gegen ALBA Schritt für Schritt in die Partie. Zwar verstanden es die Berliner ihrerseits zunächst hervorragend, gute Läufe des Teams von Kapitän Bastian Doreth immer wieder zu kontern und stets in Führung zu bleiben, doch das Kämpferherz der HEROES OF TOMORROW wollte nicht müde werden. Auch die Phase, als man zunächst auf 50:53 verkürzt hatte, dann aber nach einem ALBA-Lauf mit 50:62 wieder deutlich zurück lag (30.), konnte das Team von Head Coach Raoul Korner nicht erschüttern. Abermals blies man zur Attacke, zog in der Verteidigung nochmals an und erkämpfte sich mit dem letzten Angriff die Möglichkeit, die Partie doch noch herumzureißen. Kyan Anderson übernahm die Verantwortung, zog über rechts kommend zum Korb und zwirbelte den Ball trotz starker Verteidigung von Saibou und Sikma zum medi-Sieg in den Berliner Korb.

Angeführt von Topscorer Kyan Anderson zeigte sich das Team der HEROES OF TOMORROW wie schon gegen Bonn erneut als starkes Kollektiv und feierte einen insgesamt nicht unverdienten Sieg, den insgesamt 14. der laufenden Saison.

Das sagt Kassius Robertson:

“Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns, an dem die ganze Mannschaft beteiligt war. Wir lagen schon mit mehr als zehn Punkten hinten und haben trotzdem nie aufgegeben. Unsere Bank hat auch einen großen Anteil am Sieg. Ich möchte hier vor allem Nik und Gregor namentlich erwähnen und dann natürlich noch Kyan, der am Ende den enorm wichtigen Wurf getroffen hat. Aber nicht nur den, er hatte viele gute Aktionen. Wir haben als Mannschaft eine sehr gute Defense gespielt. Ein großes Lob an unseren Trainerstab, der ALBA sehr gut gescoutet hat. Das war ein großer Schritt für uns nach vorne, um die Saison noch so gut wie möglich abzuschließen.”

Der Spielverlauf:

Nach dem Erfolg gegen Bonn vertraute Head Coach Raoul Korner auch gegen ALBA BERLIN seiner Starting Five mit Kapitän Bastian Doreth. Trotzdem gehörte die Anfangsphase erneut den Gästen. medi wiederum fand nur zögerlich in die Partie. Vor allem offensiv ließen die HEROES OF TOMORROW zu viele Chancen ungenutzt. ALBA, die ohne Niels Giffey, Martin Hermannsson, Derrick Walton und den während des Spiels verletzten Johannes Thiemann auskommen mussten, verwerteten die ihnen gebotenen Möglichkeiten dagegen konsequent. Nachdem die Berliner zwischenzeitlich schon mit 15 Punkten geführt hatten, ging es immer noch mit einem 23:12 für Berlin in die erste Viertelpause.

Im zweiten Spielabschnitt lief es dann im Angriff endlich besser für medi bayreuth. Da die HEROES OF TOMORROW auch defensiv die Intensität erhöhten und es den Albatrossen somit schwerer machten, zu Korberfolgen zu kommen, verkürzten die HEROES OF TOMORROW nach einem 7:0 Lauf Mitte des Viertels bis auf 26:30. Für eine Wende reichte aber nicht, weil ALBA BERLIN solche Läufe souverän konterte und die eigene Fehlerquote in derartigen Phasen etwas zu hoch war. Dafür waren die Fans jetzt, spätestens nach einem krachenden Monsterdunk von Eric Mika über Luke Sikma, voll da. Zur Halbzeit hatte medi den Rückstand aus den ersten zehn Minuten mehr als halbiert und lag zur Pause nur noch mit 35:41 hinten.

Nach der Halbzeit konnten die HEROES OF TOMORROW zunächst nicht weiter verkürzen, da die Hauptstädter über ihre besten Spieler, Rokas  Giedraitis, Landry Nnoko und Luke Sikma, immer wieder Punkte erzielten. Erst Mitte des Viertels kam die Mannschaft von Raoul Korner bis auf drei Zähler an Berlin heran. Aber wie schon im zweiten Spielabschnitt reichte es nicht, um selbst einmal in Führung zu gehen. Wieder waren es starke Aktionen der Berliner oder eigene Ballverluste, die dies verhinderten. So musste medi bayreuth, statt in Führung zu gehen oder zumindest den Rückstand weiter zu verkürzen, Ende des Viertels, wieder eine zweistellige Führung der Albatrosse auf der Anzeigetafel notieren. 52:62 hieß es nach 30 gespielten Minuten.

Mit Beginn des Schlussviertels warfen die HEROES OF TOMORROW noch einmal alles in die Waagschale. Nach einem Korb von Nik Raivio und einem Dreier von De’Mon Brooks war man schnell wieder auf Tuchfühlung. Auch beim Offensivrebound waren die Burschen jetzt noch energischer, was zu zweiten oder gar dritten Wurfchancen führte. Nach einem solchen Offensivrebound war es Nik Raivio, der sein Team gut sechs Minuten vor dem Ende bis auf 63:65 an Berlin heranbrachte. Aber wieder antworteten die Albatrosse im Stile einer Spitzenmannschaft. Dreier von Rokas Giedraitis und Luke Sikma ließen sie kurzfristig wieder enteilen. In dieser Phase übernahm Kyan Anderson und war zweimal erfolgreich, so dass der Anschluss an Berlin schnell wiederhergestellt war. Die Gäste verteidigten zwar weiter eine knappe Führung, aber medi ließ ALBA jetzt nicht mehr davonziehen. Mit einem enorm wichtigen Dreier 47 Sekunden vor Schluss verkürzte Adonis Thomas auf 78:79. Da im Gegenzug der Dreipunktwurf von Joshiko Saibou zu kurz blieb und Kassius Robertson den Defensivrebound sicherte, hatten die HEROES OF TOMORROW mit dem letzten Angriff plötzlich die Chance diese intensive und spannende Partie doch noch zu gewinnen. Kyan Anderson fasste sich ein Herz, zog zum Korb und verwandelte 2,2 Sekunden vor dem Ende einen schwierigen Wurf gegen mehrere Berliner Verteidiger zum umjubelten 80:79. Nachdem auch der letzte Verzweiflungswurf von Peyton Siva sein Ziel verfehlte, wurde die Oberfrankenhalle endgültig zum Tollhaus und medi stand als glücklicher Sieger fest.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Alejandro García Reneses (Head Coach ALBA BERLIN): “Zunächst möchte ich Bayreuth zum Sieg gratulieren. Sie haben wirklich extrem gut gespielt, vor allem in der Offensive. Wir haben gut begonnen und unseren Rhythmus schnell gefunden, aber diesen dann Schritt für Schritt verloren. Ich hoffe, dass wir das Verletzungspech zum Ende der Saison wieder ablegen können und uns dann eine komplette Rotation wieder zur Verfügung steht. Heute mussten wir ohne Walton, Thiemann, er hat sich im Spiel verletzt, Hermannsson und Giffey auskommen.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Zunächst danke für die Glückwünsche. Es war für uns ein wichtiger und toller Sieg gegen ein absolutes Top-Team. Wir haben zwar nur zwei Sekunden geführt, aber es waren die richtigen Sekunden. Was wir jetzt als Team schaffen müssen, und das betrifft Spieler und Coaches, ist, dass wir unseren vollen Fokus und unsere volle Energie auf das nächste Spiel richten. Wir dürfen uns jetzt nicht zu lange mit dem Spiel hier aufhalten, sondern müssen alles was wir haben auf das Spiel am Sonntag gegen den MBC richten, denn sonst ist das Ganze von heute nicht viel wert.”

medi bayreuth vs. ALBA BERLIN 80:79 (12:23 - 23:18 - 17:21 - 28:17)

medi bayreuth: MIKA 10 (6 Rebounds),THOMAS 13, ROBERTSON 9, Anderson 17 (5 Assists), DORETH 2, Seiferth 2, Wachalski, Hrovat 7, Meisner 0, BROOKS 12, Raivio 8, Krug.

ALBA BERLIN: SAIBOU 11, SIVA 10 (11 Assists), Walton Jr., Mattisseck 3, Schneider 2, Wagner 7, Ogbe 2, GIEDRAITIS 16, Thiemann 0, CLIFFORD 3 (7 Rebounds), Nnoko 11, SIKMA 14,

Der Ausblick:

Viel Zeit bleibt Head Coach Raoul Korner nicht, um sein Team auf das nächste Spiel einzustellen, denn bereits am kommenden Sonntag, 28. April, kommt es in der Stadthalle Weißenfels zum sogenannten A9-Derby. Um 15:00 Uhr sind die HEROES OF TOMORROW dann zu Gast bei den Wölfen des Mitteldeutschen Basketball Clubs.