Fotos: Ochsenfoto

HEROES OF TOMORROW können den Lauf von RASTA Vechta nicht stoppen

medi bayreuth unterliegt mit 81:86 und kassiert seine 5. BBL-Niederlage in Serie

Es ist den HEROES OF TOMORROW leider nicht gelungen, in eigener Halle die Siegesserie von Aufsteiger RASTA Vechta zu beenden. In der Partie des 20. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga unterlag medi bayreuth vor 3.211 Zuschauern in der Bayreuther Oberfrankenhalle gegen die Überflieger der Liga mit 81:86 (34:40) und musste so die mittlerweile 5. BBL-Niederlage in Serie hinnehmen.

Nach einer zunächst noch ausgeglichenen Anfangsphase zeigte der Aufsteiger eindrucksvoll, warum er aktuell ganz oben in der Tabelle zu finden ist. Mit 37:19 lag das Team von Pedro Calles in der 13. Minute bereits in Führung und hatte zu diesem Zeitpunkt wirklich alles unter Kontrolle. Die HEROES OF TOMORROW, bei denen De’Mon Brooks nach der in Berlin erlittenen Adduktorenverletzung wieder mitwirken konnte, aber besannen sich wieder einmal wieder auf ihren Kampfgeist. Im ersten Spiel mit Rückkehrer Kyan Anderson, der anstelle von David Stockton ins Team gekommen war, arbeitete sich medi bayreuth zurück. Mit einem 15:3 Lauf war man bis zur Pause wieder dran und spätestens beim 60:60 (32.) war die Partie erneut völlig offen. Leider jedoch nur für wenige Sekunden, denn Dreier von Bray und Hollins brachten RASTA wieder in Front und letztlich auf die Siegerstraße.

Matchwinner auf Seiten von RASTA Vechta war TJ Bray. Der Denker und Lenker der Vechtaer, dessen Kreis medi nie entscheidend einengen konnte, war mit 17 Punkten und 14 Assists am Ende ohne Frage der Mann des Spiels, der sein Team zum verdienten Sieg in der Oberfrankenhalle führte.

Das sagt Adonis Thomas:

„Vechta ist eine sehr gute Mannschaft. Sie sind exzellent gecoacht, spielen sehr gut und haben nicht ohne Grund neun Spiele am Stück gewonnen. Es war ein schweres Spiel für uns. Wir hatten die Chance nach dem Ausgleich in Führung zu gehen, aber wir haben in den letzten fünf Minuten des Spiels schwere Fehler begangen, die eigentlich nicht typisch für unsere Mannschaft sind. Dieses Spiel müssen wir jetzt abhaken und uns auf die Partie am Mittwoch konzentrieren. Wir müssen weiterhin an uns arbeiten. Im Moment ist es ein enges Rennen im Kampf um die Playoff-Plätze.”

Der Spielverlauf:

Mit großer Begeisterung wurde Rückkehrer Kyan Anderson von den medi Fans bei der Vorstellung der Mannschaft zum Heimspiel des 20. Spieltags der easyCredit Basketball Bundesliga gegen RASTA Vechta empfangen. Aber auch das Blitzcomeback von De’Mon Brooks nach kurzer Verletzungspause sorgte für großen Jubel. Während dieser direkt wieder in der Starting Five stand, musste Kyan Anderson zunächst Kapitän Bastian Doreth den Vortritt überlassen. Allerdings merkte man De’Mon Brooks die unfreiwillige Pause an. Im ersten Viertel wollte ihm noch nicht viel gelingen. Ganz anders dagegen Eric Mika und Adonis Thomas, die zusammen für alle Bayreuther Punkte der ersten zehn Minuten verantwortlich waren. So konnten die HEROES OF TOMORROW das Spiel bis zum 9:9 offen gestalten. Dann gewannen die Niedersachsen jedoch durch ihre aggressive Verteidigung immer mehr die Oberhand. medi wurde zu schwierigen Würfen gezwungen, die in einer Wurfquote von nur 21 Prozent mündete und Vechta zu einem 10:0 Lauf verhalf. Folglich war der Rückstand zum Ende des Viertels bereits zweistellig (13:24). 

Ein weiterer 10:0 Lauf am Anfang des zweiten Spielabschnitts ließ den Rückstand bis auf 18 Punkte anwachsen und die Hoffnung auf einen Heimsieg zunehmend schwinden. Erst eine Auszeit von Raoul Korner brachte Besserung ins Bayreuther Spiel. Mit einer veränderten Verteidigung störte man die Offensive der Gäste jetzt wirkungsvoller, nur noch drei Zähler sollten Vechta bis zur Pause gelingen. Da das eigene Angriffsspiel, bedingt durch die gute Verteidigung, auch besser wurde und 15 Punkte verbuchen konnte, verkürzten die HEROES OF TOMORROW ihren Rückstand bis zur Halbzeit auf 34:40.

Schnelle Körbe zum Start der zweiten Halbzeit durch De’Mon Brooks und Eric Mika ließen die medi Fans endgültig auf die Wende hoffen. Doch die auf einer Euphoriewelle schwimmenden RASTAner hielten abgeklärt dagegen. Angeführt von Josh Young bauten sie ihre Führung wieder bis auf elf Zähler aus. Die HEROES OF TOMORROW kämpften aber verbissen um jeden Ball, so dass sie das Viertel am Ende ausgeglichen gestalteten und der Heimsieg beim 54:60 weiter möglich war.

Angetrieben von der lautstarken Oberfrankenhölle setzten die Bayreuther ihre Aufholjagd im vierten Viertel weiter fort. 1:31 Minuten waren gespielt als Lukas Meisner durch zwei Freiwürfe den ersten Ausgleich seit dem 9:9 herstellen konnte. Vechta konterte aber im Stil einer Playoff Mannschaft. Drei Dreier von TJ Bray (2x) und Austin Hollins sorgten für einen Zwischenspurt, der medi wieder ins Hintertreffen brachte. Erneut gaben sich die HEROES OF TOMORROW nicht auf und kämpften sich, angeführt von Topscorer Gregor Hrovat, bei noch 2:24 Minuten auf der Uhr bis auf 75:77 heran. Dass es schließlich jedoch nicht mehr für eine Wende reichte, lag zum einen an den vielen Turnovern und zum anderen an den vielen zugelassenen Offensivrebounds.

Der Teamvergleich:

Die Trainerstimmen:

Pedro Calles (Head Coach RASTA Vechta): “Zunächst möchte ich sagen, wie toll es ist, hier zu spielen. Die Stimmung und die Atmosphäre hier waren schon immer super und um ehrlich zu sein, habe ich mich sehr auf das Spiel gefreut. Außerdem ist es für mich als Trainer sehr motivierend ein Spiel gegen Raoul Korner zu coachen. Er ist ein Trainer, den ich nicht nur mag, sondern den ich bewundere. Ich habe extrem viel von ihm gelernt, nicht nur als Basketballtrainer, sondern auch als Leader. Nun zum Spiel, es war ein großartige Mannschaftsleistung und ein toller Kampf von Anfang an. Es war extrem schwer, im Spiel die Führung zu halten, gelassen zu bleiben und die Stabilität in unserem Spiel zu behalten, vor allem als Bayreuth auf 60:60 ausgleichen konnte. Hier aber haben wir den Kopf nicht verloren und genau den Basketball gespielt, den wir Tag für Tag trainieren. Ich möchte nochmals unsere Verteidigung hervorheben, mit der wir 18 Bayreuther Ballverluste produziert haben. Daraus resultierten 15 Ballgewinne für uns, die wir mit schnellem Spiel in leichte Punkte umwandeln konnten.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Zunächst vielen Dank für die schmeichelhaften Worte und Glückwunsch zum Sieg. Ich denke, dass man heute gesehen hat, dass es einen Grund gibt, warum Rasta Vechta dort steht, wo sie stehen. Sie spielen einen sehr intensiven und intelligenten Teambasketball. Man muss sich von dem Gedanken lösen, dass wir gegen einen Aufsteiger verloren haben. Wir haben heute gegen ein sehr gutes und exzellent gecoachtes Team verloren. Wir haben im ersten Viertel nicht zu unserer Intensität gefunden, stattdessen haben wir uns da den Schneid abkaufen lassen. Vielleicht hat man auch die Unsicherheit der vorangegangenen Spiele gemerkt. Es macht einfach einen Unterschied, ob ein Team acht Siege in Folge hat oder ob es eine Reihe von Niederlagen hinnehmen musste. Das merkt man natürlich auf dem Feld. Wir haben uns dann in die Partie hineingebissen, haben taktisch etwas umgestellt. Ab dann haben wir eigentlich kein Viertel mehr verloren, aber die Hypothek aus den ersten zehn Minuten war letztendlich zu groß. Wir haben zu viele Offensivrebounds zugelassen und haben auf der Gegenseite zu viele Ballverluste fabriziert. Meinem Kollegen weiterhin alles Gute. Zum Klassenerhalt brauche ich ja nicht mehr gratulieren, aber ich gratuliere jetzt einfach mal, dass sie dort stehen, wo sie momentan sind. Es braucht sich auch keiner Gedanken machen, dass sie einbrechen. Wir haben das in unserem ersten Jahr gesehen, wenn ein Team funktioniert, dann läuft es und was Vechta macht hat alles Hand und Fuß.”

medi bayreuth vs. RASTA Vechta 81:86 (13:24 - 21:16 - 20:20 - 27:26)

medi bayreuth: MIKA 11 (3 Blocks), THOMAS 11, ROBERTSON 9 (8 Assists), Anderson 2, DORETH 5, Seiferth 5, Hrovat 17 (7 Rebounds, 3 Steals), Meisner 7, BROOKS 14, Raivio.

RASTA Vechta: Carter 2, DILEO 0, BRAY 17 (14 Assists), KESSENS 14, Young 14, Nash 9, van Slooten, Herkenhoff 2, HOLLINS 11 (5 Steals), HINRICHS 17 (9 Rebounds), Christen 0.

Der Ausblick:

Viel Zeit bleibt Head Coach Raoul Korner nicht, um sein Team wieder auf die Siegerstraße zu bringen, denn bereits am kommenden Mittwoch, 13. Februar, gastieren die HEROES OF TOMORROW beim Tabellenschlusslicht, den HAKRO Merlins Crailsheim. Spielbeginn in der Arena Hohenlohe ist um 20:30 Uhr.