HEROES OF TOMORROW setzen im Frankenderby ein dickes Ausrufezeichen

medi bayreuth gewinnt Gastspiel bei s.Oliver Würzburg mit 85:66

In herausragender Manier hat sich medi bayreuth am 19. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga wieder näher an die Playoff-Plätze herangespielt. Im Frankenderby bei s.Oliver Würzburg gewann die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner am Mittwochabend mit 85:66 (35:33) und holte sich damit ihren neunten Saisonerfolg und verkürzte den Abstand in der Tabelle auf die weiterhin auf Position acht rangierenden Unterfranken auf einen Sieg.

In der mit 2.977 Zuschauer gut gefüllten s.Oliver Arena boten die HEROES OF TOMORROW eine äußerst leidenschaftliche Leistung. In keinem der vier Viertel gestattete man den Unterfranken mehr als maximal 17 Zähler und legte so unter dem eigenen Korb den Grundstein für diesen ebenso verdienten wie sehenswerten Auswärtssieg, bei dem Lukas Meisner mit 22 Punkten und Bastian Doreth mit 17 Zählern als Scorer auf Bayreuther Seite jeweils neue Karrierebestwerte aufstellten.

Das sagt Lukas Meisner (medi bayreuth):

“Es war eine riesige kämpferische Leistung des Teams. Wir haben alle Herz bewiesen und wussten, dass wir auf Grund der Abwesenheit von James Woodard alle noch einen Gang zulegen müssen, was uns auch gelungen ist. Es war ein ganz wichtiger Sieg im Kampf um die Playoffs.“

Warum es so lief, wie es lief:

medi bayreuth kam bestens eingestellt in diese Partie. Mit dem Wissen, das Fehlen von Joanic Grüttner Bacoul (Fußverletzung) und James Woodard (Trauerfall in der Familie) kompensieren zu müssen, lief der Motor bei allen medi-Akteuren von der ersten Sekunde an auf Hochtouren. Angeführt von Bastian Doreth verstanden es die HEROES OF TOMORROW geschickt, das Tempo des Spiels zu kontrollieren. Geduldig wurde der Ball im Angriff gepasst, bis man den bestmöglichen Wurf herausgespielt hatte. Beleg hierfür war die hervorragende Dreierquote zur Pause mit acht Treffern bei zwölf Versuchen (auch am Ende mit 15 von 27 = 56% noch großartig).

Und auch in der Verteidigung standen die Mannen von Head Coach Raoul Korner gut. Zwar gab man zu Beginn der Partie noch zu häufig recht leichte Optionen direkt unter dem Korb ab, spätestens im zweiten Abschnitt hatte man  auch diese Schwachstelle im Griff und lag so bis zur Pause immer knapp in Front. 

Die Würzburg aber blieben dran und übernahmen sogar kurz nochmals die Führung. Dem 40:40 (24.) folgte allerdings ein 7:0-Lauf von medi, der mit einem krachenden Dunking von Reid Travis und einer Auszeit von Würzburgs Coach Denis Wucherer erst einmal zu Ende ging. Im Anschluss kamen die Unterfranken nochmals heran, doch nun folgte der Auftritt von James Robinson. Mit zehn Zählern in Serie machte der Aufbauspieler innerhalb von nur 109 Sekunden quasi im Alleingang aus dem 52:46 beim 62:50 (32.) die erste zweistellige Führung für medi bayreuth.

Da sich die HEROES OF TOMORROW bis zu diesem Zeitpunkt weder durch die Stimmung in der Halle noch durch so manch strittigen Schiedsrichterpfiff von ihrem Weg hatten abbringen lassen, war jetzt ganz klar zu spüren, dass sich Bastian Doreth & Co. dieses Spiel nicht mehr nehmen lassen würden. Mit jeder erfolgreichen Verteidigungssequenz wuchs das Selbstvertrauen, was man auf der anderen Seite des Spielfeldes prompt mit eiskalten Abschlüssen zu nutzen verstand. 

Letztlich konnten die HEROES OF TOMORROW mit den zahlreichen Bayreuther Schlachtenbummlern einen hoch verdienten Derbysieg feiern, bei dem sechs medi-Akteure am Ende einen zweistelligen Effektivitätswert vorweisen konnten.

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Die letzten Tage waren für die Mannschaft emotional extrem schwierig. Umso stolzer bin ich darauf, dass wir dieses Spiel so erfolgreich gestalten konnten. Besonders freut mich, dass wir das Spiel über die Defensive gewonnen haben, was ja bisher nicht unbedingt unsere allergrößte Domäne war. Würzburg in eigener Halle auf 66 Punkten zu halten, ist aller Ehren wert. Das Spiel und der Sieg sind ein klares Zeichen dafür, in welche Richtung die Entwicklung der Mannschaft geht. Ich bin auch froh, dass wir den direkten Vergleich gewinnen konnten. Man weiß nie, wofür das gut ist. Jetzt freuen sich die Spieler auf die Pause und ich freue mich auf Österreich.“

Denis Wucherer (Head Coach s.Oliver Würzburg): “Bayreuth war vor allem in der zweiten Halbzeit die klar bessere Mannschaft. Sie sind ein eingespieltes Team, das einen guten Rhythmus hat und sich in den letzten Wochen auch dank des Europapokals viel Selbstvertrauen erarbeitet hat. Das erinnert mich an das, was wir letztes Jahr in dieser Phase der Saison gemacht haben. Wir spielen derzeit eher wie ein Abstiegskandidat. Deshalb ist es gut, dass wir schon zehn Siege haben, damit sollten wir mit dem Abstieg eigentlich nichts mehr zu tun haben. Sobald im Spiel etwas schief läuft, heute zum Beispiel die blutende Nase von Luke Fischer, dann fallen wir komplett auseinander. Wir sind im dritten Viertel zwar gut rausgekommen und hätten die Chance gehabt, deutlich länger mit Bayreuth mitzuspielen, aber dann ging plötzlich gar nichts mehr. Wir müssen die letzten drei Wochen vergessen. Die Pause werden wir dazu nutzen, um in den Spiegel zu schauen und herauszufinden, was wir alles falsch gemacht haben und was wir ändern müssen, um in zwei Wochen wieder konkurrenzfähig zu sein. Wir freuen uns auf die vielen Spiele im März und April, in der Hoffnung dass wir dann wieder bereit sein werden, auf Bundesliganiveau zu spielen.”

s.Oliver Würzburg vs. medi bayreuth  66:85 (17:18 - 16:17 - 17:22 - 16:28)

s.Oliver Würzburg: ETOU 6, Hulls 14, Obiesie 6, Rudd 6 (6 Rebounds), HAßFURTHER 2, Richter 6, BOWLIN 7 (6 Assists), Koch 2, WELLS 6, HOFFMANN 0, FISCHER 11.

medi bayreuth: Robinson 14 (6 Assists), DORETH 17, SEIFERTH 0, MEISNER 22,  ALFORD 15, Perschnick, TRAVIS 9 (6 Rebounds), Bruinsma 8 (6 Rebounds), Pryszcz, LINHART 0.

Der Ausblick:

Dank des anstehenden Nationalmannschaftsfensters, können die HEROES OF TOMORROW nun erst einmal fünf Tage Erholung genießen, ehe es nächste Woche mit der Vorbereitung auf das Spiel gegen Ulm weitergeht. Diese Partie findet dann am Samstag, den 29. Februar, um 18:00 Uhr in der Oberfrankenhalle statt.