Fotos: Ochsenfoto

Siegesserie der HEROES OF TOMORROW hält auch gegen die Basketball Löwen

medi bayreuth holt sich zweiten BBL-Saisonsieg mit 95:89 gegen Braunschweig

Mit einer großartigen ersten Halbzeit hat medi bayreuth am siebten Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga den Grundstein für den zweiten Saisonsieg gelegt. Mit 95:89 (49:33) besiegte die Mannschaft von Head Coach Raoul Korner am Sonntagnachmittag die Basketball Löwen Braunschweig und konnte sich so im sechsten BBL-Spiel der Saison den zweiten Sieg erkämpfen. 

Kampf und Einsatz war gegen die starken Braunschweiger auch gefragt, denn nach der 16-Punkte-Führung zur Pause kamen die Niedersachsen nochmals furios zurück in die Partie. medi bayreuth aber konnte verschiedene starke Phasen der Gäste eindrucksvoll kontern und so die Führung wie auch den letztlich verdienten Sieg behaupten. 

Besonders abgezockt präsentierte sich vor 3.203 Zuschauern in der Bayreuther Oberfrankenhalle an diesem Nachmittag Evan Bruinsma, der mit 23 Punkten zum Topscorer der Partie avancierte. 

Das sagt Bastian Doreth (medi bayreuth): 

“Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten Hälfte hatten wir dann ein paar Probleme, vor allem gegen die Zonenverteidigung, aber ich denke, alles in allem konnten wir auch das gut lösen und haben am Ende verdient gewonnen. Der wichtigste Schlüssel zum Erfolg war die Tatsache, dass wir die Intensität, mit der  Braunschweig auf das Parkett kam, mitgehen konnten und physisch ebenbürtig waren. Wichtig war auch, dass wir das Reboundduell kontrollieren konnten, schließlich ist Braunschweig die zweitbeste Reboundmannschaft der Liga.”

Warum es so lief, wie es lief:

Wie zuletzt in Frankfurt und gegen Nikosia startete medi bayreuth extrem fokussiert in die Partie. Linhart & Co. gelang es in den ersten beiden Vierteln nahezu perfekt, den von Coach Korner ausgegebenen Gameplan umzusetzen. medi bayreuth dominierte die erste Halbzeit. Vor allem in der Verteidigung standen die HEROES OF TOMORROW sehr gut und gestatteten dem Gegner kaum leichte Punkte. In der Offensive bewegte man den Ball wieder sehr gut, nutzte die sich bietenden Chancen mit durchweg guten Quoten und führte so zur Pause folgerichtig klar mit 49:33.

Zu Beginn der zweiten Hälfte stellten die Braunschweiger auf Zonenverteidigung um und waren damit sofort erfolgreich. medi wirkte kurze Zeit kopflos, verdribbelte immer wieder den Ball und gestattete es den Braunschweigern, exakt diese Fehler in leichte Punkte umzuwandeln. In etwas mehr als zwei Minuten machten die Löwen so satte neun Zähler. Beim 50:46 (24.) war der medi Vorsprung nahezu komplett aufgebraucht und die Partie wieder völlig offen. Die Sorgenfalten auf der Stirn der medi-Fans wurden in der 28. Minute dann nochmals größer, als Andreas Seiferth nach einem Block für Nate Linhart mit einem Offensivfoul bestraft wurde. Ein Wortgefecht mit Braunschweigs Thomas Klepeisz bescherte ihm zudem sein viertes Foul in Form eines Technischen. Evan Bruinsma setzte hier dem Schwung der Löwen jedoch ein jähes Ende. Nach seinem Ballgewinn gegen Klepeisz wurde der Power Forward von Eatherton unsportlich gefoult. Bruinsma verwandelte seine Freiwürfe und medi konnte die Führung auch nach dem dritten Viertel behaupten.

Auch im Schlussabschnitt boten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Während auf Braunschweiger Seite Thomas Klepeisz und Joseph Lawson ihre Qualitäten als Distanzschützen eindrucksvoll unter Beweis stellten, fand sich im Team von Head Coach Raoul Korner immer wieder jemand, der das frisch auflodernde Feuer im Spiel der Gäste umgehend wieder zu erstickten verstand. Vor allem James Woodard und Evan Bruinsma waren in den letzten beiden Minuten die Garanten für den medi-Sieg. Zunächst netzte der immer stärker werdende Evan Bruinsma 106 Sekunden vor dem Ende einen Dreier zum 87:81 ein, ehe James Woodard die prompte Antwort der Gäste (ein Dreier von Klepeisz) 61 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem weiteren Dreier bei nur noch einer Sekunde auf der Shot-Clock zum 90:84 wieder auf plus sechs für medi stellte und den verdienten Sieg sicherte.

Wie schon die drei Siege zuvor war auch der Heimsieg gegen die Basketball Löwen Resultat einer geschlossenen Mannschaftsleistung, bei der diesmal Evan Bruinsma mit 23 Punkten, vier Rebounds und sieben gezogenen Fouls statistisch am meisten auffiel.

Die Trainerstimmen:

Pete Strobl (Head Coach Basketball Löwen Braunschweig): “Zunächst herzlichen Glückwunsch an Raoul Korner und seine Mannschaft zum verdienten Sieg. Sie haben als Mannschaft definitiv besser zusammengespielt als wir. Besonders in der ersten Halbzeit waren wir nicht konsequent genug. Als junge Mannschaft müssen wir lernen, dass es auswärts schwer ist, einen Sieg einzufahren. Das muss man aber erst lernen und nicht als selbstverständlich erachten, dass dieser Sieg einfach so passiert, sowas muss man sich hart erarbeiten. Unsere Mentalität und die Arbeitsmoral in der kompletten Woche über war gut. Jetzt sind wir jedoch schwer enttäuscht, dass wir die Partie verloren haben, besonders weil wir der Meinung waren, dass wir hier gewinnen können. Wir müssen aus dieser Niederlage lernen.”

Raoul Korner (Head Coach medi bayreuth): “Danke für die Glückwünsche, die ich direkt gleich an meine Mannschaft weitergeben möchte. Es war ein wichtiger und schöner Sieg für uns, der unseren Aufwärtstrend noch einmal ganz klar untermauert. Wir hatten drei Schlüssel für das Spiel heute ausgegeben: Nummer 1: Die Energie von Braunschweig zu matchen - Man sah bereits von Beginn an, dass die meisten Loseballs fast ausschließlich an uns gingen. Das war von Anfang an bereits ein gutes Signal. Nummer 2: Rebounding - Wir haben das Reboundduell, wenn auch knapp, für uns entschieden. Am Ende der Partie hatten wir mehr Rebounds als der Gegner. Punkt 3: Die Zone – Diese wollten wir eng und dicht machen, um den harten Zug der Braunschweiger zum Korb zu stoppen. Das ist uns im Halbfeld exzellent gelungen, im Ganzfeld weniger. Wir sprachen sogar in der Kabine darüber, dass Braunschweig wahrscheinlich die Zone auspacken wird und haben das erste Mal in dieser Saison gegen diese Form der Verteidigung längere Zeit gespielt und sind ins Stolpern gekommen, indem wir den Ball nicht mehr bewegt und Fehler gemacht haben. Dadurch musste Braunschweig nicht mehr ins Halbfeld in der Offensive, sondern konnte aus dem kompletten Feld attackieren und kam schließlich ins Laufen. Hut ab, dass sich die Mannschaft mit so viel Energie zurück ins Spiel gekämpft hat, aber wir hatten dann die Big Plays auf unserer Seite. Es waren am Ende einige Kleinigkeiten, die den Ausschlag ergaben und das Spiel nicht komplett kippen ließen und ich bin sehr froh, dass wir es geschafft haben. In diesem Sinne noch einmal Glückwunsch an meine Mannschaft und alles Gute an Braunschweig, die, so denke ich, auf einem sehr guten Weg sind.”

medi bayreuth vs. Basketball Löwen Braunschweig 95:89 (25:16 - 24:17 - 16:26 - 30:30)

medi bayreuth: ROBINSON 8, WOODARD 15, Doreth 8, SEIFERTH 13 (7 Rebounds), Meisner 0, Alford 8, TRAVIS 9, Raffington, Bruinsma 23, LINHART 11 (4 Assists / 7 Rebounds), Grüttner Bacoul.

Basketball Löwen Braunschweig: WANK 5, Zeeb 2, Pwono 0, Klepeisz 19, Göttsche, Marelja 8, RELEFORD 14 (6 Assists), LAWSON III 19, JALLOW 11, EATHERTON 11 (8 Rebounds), Lagerpusch. 

Der Ausblick

Nach dem Spiel, ist vor dem Spiel und so gilt es direkt wieder die Konzentration auf die nächste Partie zu richten, die nicht lange auf sich warten lässt. Schon am kommenden Mittwoch, 13. November, um 20:00 Uhr, kommt es zum letzten Heimspiel der ersten Gruppenphase im FIBA Europe Cup. Zu Gast in der heimischen Oberfrankenhölle sind die Letten des BK Ventspils.